Biene an einer Blüte

Der goldene Schnitt

Johannes Kepler (1571-1630) wird mit dem Satz zitiert: Die Geometrie birgt zwei große Schätze: der eine ist der Satz von Pythagoras, der andere der Goldene Schnitt. Den ersten können wir mit einem Scheffel Gold vergleichen, den zweiten können wir ein kostbares Juwel nennen.

Was aber machte für ihn den goldenen Schnitt so einzigartig?

wertvoller Tisch Eiche im goldenen Schnitt

Der goldene Schnitt in der Architektur

Der goldene Schnitt ist ein Verhältnis. Flächen weisen den goldenen Schnitt auf, wenn die lange Seite etwa den 1,61fachen Wert der breiten Seite hat. Ein Tisch mit einer Länge von 2 m benötigt für den goldenen Schnitt eine Breite von 1,24 m.

Schon in der Antike wurde der goldene Schnitt in der Architektur verwendet. Die Tempel der Griechen oder die Pyramiden zeigen den golden Schnitt. Auch erfahren wir schon in den alten Geschichtsbüchern der Bibel vom goldenen Schnitt: Sie sollen eine Lade aus Akazienholz machen: eineinviertel Meter lang, dreiviertel Meter breit und ebenso hoch. (Exodus 2:10). Teilt man nun die Länge durch die Breite erhält man den Wert 1,66. Dieser Wert liegt ziemlich nah an diesem goldenen Schnitt und je nach Überlieferung ist er sogar noch etwas exakter.

Liegt das Verhältnis höher als 1,61, wie bspw. bei dem Bildformat 16:9, wird es vom Menschen als modern wahrgenommen. Liegt das Verhältnis darunter wirkt es eher traditionell. Sehr schön kann man das an Fensterfronten von modernen und alten Häusern beobachten. Den goldenen Schnitt aber, nimmt der Mensch offensichtlich schon immer als harmonisch und angenehm war. Warum ist dies so?

Der goldene Schnitt in der Natur

Das Geheimnis der Harmonie des goldenen Schnittes liegt tatsächlich in der Natur. Viele Proportionen von Mensch und Tier sind näherungsweise in diesem Schnitt aufgeteilt. So etwa die Größe des Menschen im Verhältnis zur Bauch­nabelhöhe oder der Hinterleib der Biene im Verhältnis zum vorderen Körperteil.

Beim genauen betrachten von Pflanzen und Blütenblättern fällt auch hier der goldene Schnitt auf. Die Winkelanordnung der einzelnen Blütenblättern spiegeln ihn wieder. Nimmt man die 360 ° weniger 137,5 ° erhält man 222,5 °. Teilt man nun die 360 ° durch die 222,5 ° erhält man mit 1,61, den goldenen Schnitt. Durch diese Anordnung erhalten die Blätter das Optimum an Licht.

Der goldene Schnitt an einem Rosenblatt

Zufall oder Erfindung

Alles Zufall oder eine geniale Erfindung? Stell dir vor, es gäbe einen Gott der diese geniale Erfindung patentiert hat. Und jetzt kommen die Menschen und behaupten es wäre alles Zufall. Ziemlich beleidigend oder, zumal die Wahrscheinlichkeit für den Zufall doch gegen Null geht?

D. Supper 25.09.2015

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