kuscheliges Murmeltier

Das Kuscheltier

Wuffie war mein Lieblingskuscheltier. Kein Murmeltier, aber mein ebenso kuscheliger Hund mit den langen Schlappohren. Er durfte überall mit hin: in mein Zimmer, in den Hobbieraum, in den Garten und nicht zu vergessen, in den Urlaub. Wenn ich ihn vergaß ging es mir schlecht. Naja eigentlich ging es Wuffie sehr schlecht. So dachte ich zumindest.

Nicht ohne Folgen

Natürlich bekam Wuffie so einige Schrammen ab und so ganz sauber blieb er auch nicht immer, vor allem dann wenn ich im Sandkasten spielte oder sonst im Garten. Aber das machte mir ganz und gar nichts aus. Nur meine Eltern bemerkten irgendwann, dass Wuffie nicht mehr ganz so schön aussehen würde. Aber auch das störte mich nicht, denn es war mein Kuscheltier, dass ich über alles liebte. Nur als dann irgendwann, dass Fell die ersten Löcher bekam, machte ich mir etwas Sorgen und meine Mama musste die Löcher stopfen. Da hatte ich noch einmal Glück gehabt.

Aber die Löcher wurden immer größer. Ich erinnere mich noch als meine Mama hoffnungslos den Hund anschaute und meinte, dass man ihn nicht mehr flicken könne. "Aber irgendwas muss man doch machen können?" Und so bekam Wuffie einen grünen Schal um den Hals genäht. Da ging es ihm wieder gut.

Wertvoll sein

Was nur machte dieses Kuscheltier für mich so wertvoll? Wenn ich heute darüber nachdenke, war es gewiss nicht sein Aussehen. Auch der Preis für das Tier war nicht besonders hoch.

Ich hatte mich in dieses Tier verliebt. Es war mein ein und alles. Es spielte keine Rolle wie es aussah. Meine Liebe zu ihm machte es so wertvoll. Es interessierte mich überhaupt nicht was andere darüber dachten, dieses Tier hatte es mir angetan, obwohl es so gar nicht lebendig war.

Der Vergleich

Unser Leben gleicht doch in vielen Punkten einem Kuscheltier. Wir haben gut aussehende Seiten. Wir können ganz knuffig und kuschelig sein. Unsere Schokoladenseite mögen die anderen.

Aber da gibt es diese Schrammen und Löcher in unserem Leben. Wir bedecken sie, nähen sie zu, damit es irgendwie geht. Wir mögen an uns selber zweifeln und hoffen, dass es niemand entdeckt. Aber selber bekommen wir das gar nicht in den Griff.

Was wäre wenn wir übersehen, dass es jemand gibt, der sich in uns verguckt hat, der uns liebt und dem wir voll viel bedeuten. Und das, obwohl er all diese Fehler an uns genau sieht. Wir sind für ihn einfach wertvoll.

In meinen Augen ist dies Jesus. Er liebt mich, obwohl mich andere für meine Fehler verachten. Er ist sogar bereit für meine Fehler zu bezahlen. Das ist echte zuwendende Liebe.

Vielleicht klingt das für den ein oder anderen unglaubwürdig, aber ich habe das so erlebt. Man kann Gottes Güte zu uns nicht beweisen, man kann vielleicht darüber diskutieren, wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich sie ist. Aber wenn man sie erlebt ist es am coolsten.

Idee von H. Weber LET e.V.     letbw.de

D. Supper 08.04.2015


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