Haferfeld

Leben um zu arbeiten - arbeiten um zu leben?

Regelmäßig lese ich in der Bibel um Wegweisung für mein Leben zu erhalten. Besonders morgens, wenn alles noch ruhig ist, freue ich mich auf Ideen für den Tag. Eines morgens schlage ich, einer Eingebung folgend, in der Bibel Genesis 3:17 auf: "Und zu Adam sprach er: Weil du gehorcht hast der Stimme deiner Frau und gegessen von dem Baum, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen-, verflucht sei der Acker um deinetwillen, mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren dein Leben lang."

Nun ehrlich gesagt fand ich diesen Vers nicht besonders ermutigend ...

Laufen

Ich zog meine Laufschuhe an ging nach draußen und ab in den Wald. Herrlich diese frische Waldluft am frühen morgen. Den Vers beachtete ich nicht weiter, behielt die Worte aber im Gedächtnis. Nach einer viertel Stunde kam ich plötzlich an eine Waldlichtung. Ein Haferfeld glänzte hier golden in der Morgensonne. Es war nicht zu übersehen, denn die Farben waren sehr kräftig. Ich blieb stehen und pflückte eine Haferrispe ab und begann die einzelnen Körner zu zählen. Erstaunlicherweise kam ich auf 138 Körner an einem einzigem Halm. Wow, war das ein Ertrag: Aus einem Haferkorn war die 138fache Menge entstanden.

Ich musste an den Vers nach dem Aufstehen denken. Obwohl wir heute moderne Maschinen haben, arbeiten wir doch so viel für unseren Unterhalt. Wenn ich allein zurückdenke an das vergangene Schuljahr mit wie viel Einsatz ich Dinge angegangen war. Und manchmal wurde von anderen meine Arbeit gar nicht wahrgenommen. Obwohl wir es heute so einfach haben, ist unsere Gesellschaft arbeitswütiger denn je. Frauen die zu Hause bei den Kindern bleiben müssen sich dafür rechtfertigen. Aber der Ertrag unserer Arbeit ist oft so ernüchternd.





138fache Ertrag

Und dieses einfache Haferkorn, was gar nichts machen kann, bringt den 138fachen Ertrag. Und wir Menschen tragen diesen Fluch und schuften fast das ganze Leben und oft bleibt so wenig Zeit für das eigentliche Leben. Glücklicherweise verrät der Vers auch die Ursache. Könnte es nicht sein, dass hier ein Schlüssel zu einem ertragreichen Leben liegt? Mal Hand aufs Herz: Auch frei lebende Vögel kümmern sich nicht um ihre morgige Nahrung. Und wir sind ständig darüber besorgt. Jesus sagt hierzu: "Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung ..." Macht das nicht Appetit auf ein Leben mit Gott?

Hafer

Die Steigerung

Im Johannesevangelium der Bibel wird berichtet, dass nachdem Jesus über 5000 Menschen mit Nahrung versorgt hat, diese wenig später ihn aufsuchen. Er sagt zu ihnen einen bemerkenswerten Satz: "Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von dem Brot gegessen habt und satt geworden seid. Schafft euch Speise, die nicht vergänglich ist, sondern die bleibt zum ewigen Leben."

Ein Zeichen oder Wunder zu erleben ist etwas sehr besonderes, aber satt zu werden offensichtlich noch viel bedeutungsvoller. Wenn du nach harter Arbeit den Erfolg erntest und spürst, dass du satt bist, ist es ein Moment der Glückseligkeit. Das Überraschende: Offensichtlich gibt es aber noch eine Steigerung.

Es mag sein, dass du nicht an Gott glaubst, dass es dir unrealistisch erscheint. Vielleicht willst du die Möglichkeit eines höheren Wesens auch nicht ganz ausschließen? Der Punkt ist: Das reicht aber nicht aus, um diese Steigerung zu erleben. Wie ist es mit dem Ertrag in deinem Leben? Und wenn du schon ganz oben bist, bist du dann satt? Das Prinzip des "satt seins" ist ganz leicht. Jesus sagt nur: "Vertraue mir!" Aber offensichtlich ist genau das gerade nicht einfach.

D. Supper 14.07.2015

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